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Zisterzienser Nonnenkloster - Ruine der ehemaligen Klosterkirche

Gegründet 1240, aufgehoben 1534 infolge der Reformation. Das Kloster war Hauskloster und Begräbnisstätte der Herren von Lobdeburg als Gründergeschlecht.
Dem Kloster gehörten 10 Dörfer mit Gütern, Zinsen, Blut- und Erbgerichten und 15 Dörfer mit Gütern und Zinsen ohne die Gerichte. In 7 Dörfern sowie der Stadt Roda übte es das Kirchenpatronat aus.
Die Ruine der höchst interessanten Kirche bildet ein Rechteck von 37,52 m Länge und 14,72 m Breite. Der Chor oder Altarraum ist weit länger, als das durch die drei Spitzbogen-Arkaden von ihm getrennte Langhaus.

 

Blick zum Innenraum

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[Keine Beschreibung eingegeben]Blick zum Altarraum

Außenansicht

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An der Innenwand der Westseite befinden sich 6 Grabplatten. Der 1. und 3. Stein von links zeigen sogenannte Zisterzienserkreuze (Malteserkreuze). Die Vorform dieser Kreuze hatte vier gleiche Arme, stehend auf einer Art Stiel. Bei den Stadtrodaer Grabplatten ist der untere Längsbalken vielleicht in Stilisierung dieser Vorform einfach nach unten verlängert. Der Stiel kann auch eine Symbolisierung des Vortragekreuzes sein. Besonderheit dieser Grabplatten: Der verlängerte Längsbalken sitzt unten auf einem Radkreuz auf. Es ist das sogenannte Weihkreuz, welches nur Geistlichen auf dem Grabstein gesetzt wurde, die das Sakrament der Priesterweihe empfangen hatten. Daraus ist zu schließen, dass beiden Grabplatten Rodaer Priester gewidmet waren.

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1. Stein von links

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Der 2. Stein von links zeigt wiederum ein langgestrecktes, aber auf einem Spitzbogen stehendes Kreuz mit der Umschrift:

Ex Arnshouc castro janet hic Hairtmannus; ut astro Hunc locet omnipotens, postulat id pia gens

Das heißt: Hier liegt Hartmann, aus dem Schlosse Arnshaugk; dass der Allmächtige ihn in den Himmel versetze, dies bittet sein frommes Geschlecht.
Dieser Hartmann, Sohn Otto’s von Lobdeburg-Arnshaugk, war der letzte Spross dieser Lobdeburger Seitenlinie und im jugendlichen Alter vor 1283 gestorben.

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3. Stein von links

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3. Stein von rechts

Der 1. Stein rechts zeigt die sehr frühe Darstellung eines Kreuzes als Relief, in dessen unterer Verlängerung 4 Kreuze in Ritztechnik eingeritzt sind. Wem dieser Stein gewidmet ist, ist nicht bekannt.

Auch der 2. Stein von rechts hat die typische Kreuzdarstellung, jedoch mit der Besonderheit, dass in dem Relief des Zisterzienserkreuzes nochmals ein lateinisches Kreuz eingeritzt ist. Der Stein ist dem Probst Werner gewidmet. Er war Hauskaplan auf der Lobdeburg und Prälat in Roda. Werner kommt 1295 als Zeuge der Übereignung des einen Drittels der Parochie Jena durch die Herren von Lobdeburg an das Rodaer Kloster vor und 1297 als solcher bei der Übertragung der Gerichte zu Gernewitz und Mennewitz durch dieselben.

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2. Stein von rechts

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1. Stein von rechts

Die 3. Grabplatte von rechts trägt die Darstellung eines Ritters. Die bildliche Ausführung ist Ritztechnik. Diese frühe Form des Darstellung lässt darauf schließen, dass dieser Stein einem Edlen von Lobdeburg (Gründergeschlecht) aus den Anfängen des Klosters gehört.

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Zeittafel der Klostergeschichte

Um 1140  Bau der Lobdeburg durch eingewanderte Herren aus Franken.
1240  Gründung des Klosters Roda als Hauskloster und Begräbnisstätte des Herren von Lobdeburg.
4. Oktober 1247 Bestätigungsbrief für das Kloster Roda durch Papst Innocenz IV.
1301

Gründung des Klosters Jena unter Mithilfe des Klosters Roda.

12. Januar 1358

Schutzbrief Kaiser Karl IV. gegen Räuber und Raubritter.

30. Juni 1433 durch Hochwasser schwer beschädigt.
4. Mai 1449der Klosterbesitz befindliche Steinhof (auf dem Standort des heutigen Schlosses) wird an die Stadt verkauft.
1454Visitation durch Bischof Petrus von Naumburg auf Veranlassung des Landgrafen Wilhelm III.
1481

Beschwerde des Konvent über den Probst Heinz von Gleina wegen mangelhafter Verwaltung.

1413  und 1483

Verleihung der Schank- und Braugerechte an das Kloster

1517durch Feuerbrunst beschädigt.
1518

neues Privilegienbuch für das Kloster.

1526nach dem Zeugnis eines katholischen Berichterstatters haben: „1526 die eynwoner der stat (Roda) und die Nonnen in luterischer Unart czu schwermen begunden...“.
1530Die Visitatoren lassen den Inhalt der Kirche ausräumen.
1534Der Jahrmarkt wird vom Kloster weg in die Stadt verlegt. Damit endet endgültig der Ablasshandel zu den Klostermärkten.
1534Aufhebung des Klosters.
1545Amtssitzungen werden im Kloster abgehalten.
19.Mai 1549 Kurfürst Johann Friedrich der Gutmütige als Landesherr verkauft das Ackerland des Klosters.
1550Die Klosterkirche wird zum Bier- und Weinkeller degradiert.
1554Die Klostergebäude werden Wohnungen für die evangelischen Stadtgeistlichen.
Ab 1560Die Klosterkirche wird regelrecht abgebaut und ihre Ziegel, Balken und Steine für andere Bauten genutzt. Damit wird diese Kirche durch Menschenhand zur Ruine gemacht.
1587Wohngebäude werden als Hospital eingerichtet.
1855Herzogl.-Altenburgischer Domanialfiskus wird Eigentümer des Klostergrundstückes; auf Grund der Verordnung vom 21. Juni 1855.
Um 1880Erste Ausgrabungsarbeiten um und in der Kirchenruine.
1911Bestandsaufnahme durch die Bauschule Roda zur Vorbereitung der Sanierungsarbeiten.
1912 - 1916Fortführung der Ausgrabungen in der Ruine, Erneuerung der Arkaden in der Nordseite, Befestigung der gefundenen Grabplatten an der inneren Westwand und Schließen der gebrochenen Ausfahrtslücke in der Südseite.
1923Land Thüringen wird Eigentümer auf Grund des Gesetzes vom 29. März 1923 (Klostergrundstücke) . Die Ruine war bis 1919 Staatsbesitz von Sachsen-Altenburg.
30. August 1929Geschenk des Landes Thüringen an die Stadtgemeinde Stadtroda.

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